Gehrenspitze (2163m) via Langer Westgrat (IV-)
Eine Winterbegehung, die gar keine ist, ein Normalweg jenseits der Normalität und eine Geburtstagsparty auf einem langen Grat im Tannheimer Tal.
Eine Winterbegehung, die gar keine ist, ein Normalweg jenseits der Normalität und eine Geburtstagsparty auf einem langen Grat im Tannheimer Tal.
Wir sind wieder ehrenamtlich Spuren – diesmal tief in den Ammergauer Alpen – als sich unsere Wege wegen sehr unterschiedlichen Risikobeurteilungen trennen. Was auch der Beginn eines oscarreifen Bergsteigerdramas sein könnte, entpuppt sich als eindrucksvolle und einsame Winterüberschreitung.
Zu meinem Geburtstag ist mir wirklich nichts besseres eingefallen, als ausgehend vom Winterraum der Coburger Hütte Energie an den umliegenden Hängen und Bergen zu verbraten.
Was Spaghettikürbis, Hüttenbücher und die Polizei in der wahrscheinlich wildesten Tour 2022 suchen und wie wir zeitgleich eine wunderschöne Mehrseillänge und neue Liebe im tiefsten Wetterstein gefunden haben.
Eine surreale Gratschneide zwischen tosenden Brandungen, überhängenden Klippen und fantastischen Sonnenaufgängen.
Zwischen Kaktus und Sanduhr, zwischen Sonnenbrand und Erfrieren, zwischen Bohrhaken und Free Solo. Ein abwechslungsreicher Ritt auf dem bizarren Traumpfeiler von Mallorca.
Mittlerweile reichlich angeschlagen erwägen wir die Flucht nach vorne als entspanntesten Weg – und so mache ich meinen ersten 3000er unbewusst mit Corona.
Jeder hat ihn oder kriegt ihn an irgendeinem Punkt: den Schicksalsberg. Ich hab meine Wahl ziemlich früh getroffen und lag damit gar nicht so falsch. Eine unerwartet lange Bergfahrt voller Selbstreflexion, Erkenntnissen und schlechten Entscheidungen.
Ein Silvesterabend auf einer der prominentesten Gratschneiden der Voralpen – bei gar nicht mal so winterlichen Verhältnissen.