Kletterblog & Berggeschichten
Rotspitze (2067m) via Mitteldurchstieg (IV+)
Rotspitze (2067m) via Mitteldurchstieg (IV+)

Rotspitze (2067m) via Mitteldurchstieg (IV+)

Literatur: Panico Alpinkletterführer Rofan

Wenn ich groß bin, werde ich Multisport-Mausi!

Das hatte ich so eigentlich gar nicht auf meinem Grundschul-Visionboard stehen. Generell konnte ich mit Sport bis ins gehobene Alter nicht allzu viel anfangen, bis mich ein glückliche Fügungen zum Wandern in unseren schönen Bergen gebracht haben. Und ZACK. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon muss ich mir überlegen, wie genau ich jetzt Sinn und Unsinn der Pseudo-Disziplin Hike, Climb & Fly vor mir selbst und allen Beteiligten rechtfertige. Ein Versuch…

Windschnittig, federleicht und ergonomisch

Ich liebe die Berge mit all ihren Facetten und im stetigen Wandel der Jahreszeiten – was sich stets mit einem natürlichen Medium und einer Fortbewegungsweise in Einklang bringen lässt. So sind es im Sommer die Felswände und Grate, die mich zum träumen bringen, während ich im Winter in verschneite Kare oder vereiste Bachläufe schiele um potentielle, kleine Abenteuer für’s kommende Wochenende auszumachen. Die Idee bleibt wohl immer die selbe: die Berge so zu erleben, wie sie gerade sind. Sommerlich warm, eisig kalt, tief verschneit oder irgendwo dazwischen. Und dann mit dem notwendigen Wissen, einer sorgfältigen Planung und einem leider nicht abstreitbaren Maß an Materialschlacht loszuziehen und irgendwie das machen, was schon 23 v. Chr. in Mode war:

Carpe Diem

Ganz zu Beginn meiner Gleitschirmkarriere stand bereits der Glaube, dass dieser Sport eine ultimative Ergänzung zu dem bis dahin schon ausufernden Tätigkeitsfeld am Berg darstellen würde. Ein Gamechanger. Ein Meer an Möglichkeiten. Nie dagewesene Geschwindigkeit und Eleganz. Völlig neue Perspektiven. Mehr, mehr, mehr.

Worüber man weniger gern spricht: Mehr Gewicht, mehr Kopfkino, mehr Stress und (Zeit-)Druck, mehr Planung und mehr objektive Gefahren. Ob die Rechnung aufgeht muss jeder für sich entscheiden. Unsere heutige Runde im herbstlichen Rofangebirge liefert zwar noch keine einfache, griffige Antwort auf diese Frage – hält für uns aber mindestens ein paar Aha-Momente bereit und bleibt eine der absurderen Unternehmungen des Jahres 2026.

Schweres Geschütz am Wegesrand

Über alledem stand nämlich zunächst die Frage ob es mit unserer aktuellen Ausrüstung denn überhaupt möglich sei das Mehrseillängenklettern mit dem Gleitschirmfliegen zu verbinden. Für unsere Schirme und Rucksäcke werden wir zwar an den meisten Gondel-Startplätzen schief angeschaut und haben uns auch schonmal anhören dürfen mit beeindruckender „Ultraleicht-Ausrüstung“ am Start zu sein. Die Referenz dafür waren aber auch stets globigste Schnellpacksäcke und Material aus einer Zeit, als Flugsaurier noch ein reales Problem im Luftsport darstellten: Nach aktuellen Standards ist unser Gleitschirmsetup allerhöchstens im Mittelfeld dessen was möglich ist. Mit den entsprechenden Sicherheitsreserven komme ich auf 6 Kilogramm in einem bereits relativ strapazierten 65 Liter Rucksack.

Ausgesucht haben wir uns dafür eine sehr kurze aber alpin angehauchte Tour im Rofangebirge, welches wir bisher ohnehin gekonnt ignoriert haben. Dass wir ausgerechnet hier sind hat sowohl logistische als auch strategische Gründe. Wir waren die letzten 2 Tage auf der Lamsenjochhütte und haben uns die Lamsenspitze Nordostkante und die Aqualine am Sonnenpfeiler angeschaut. Der blaue Achsensee liegt also am Heimweg. Gleichzeitig soll es hier interessanten, steilen Fels geben, welcher nicht selten in beliebten und gut dokumentierten Hike&Fly-Startplätzen mündet. Als doppelten Boden gibt es auch den ganz offiziellen Startplatz auf der Piste neben der Erfurter Hütte und Windmessstationen die uns in Echtzeit brauchbare Informationen über Sinn und Unsinn unserer Idee liefern. Von dem Punkt einfach so irgendwo von irgendeinem Berg zu fliegen sind wir weit weg – und das ist völlig in Ordnung.

Zustieg (T4)

Trübe, nasskalte Nebelsuppe hängt über Maurach. Der Besuch am offiziellen Landeplatz fällt entsprechend knapp aus. Windfahne – Check. Eingezäunter Landebereich – Check. Dann stapfen wir schon mit unseren viel zu schweren Rucksäcken in das triste Grau hinein. Genau 1000 Höhenmeter trennen uns vom Einstieg in unsere kleine Klettertour an der Rotspitze. Für nur 55 Meter Kletterei einen dermaßen zähen Zustieg in Kauf zu nehmen dürfte in den entsprechenden Kreisen bereits auf Gelächter stoßen – vor allem wenn nebenan bereits die Gondel durch den Dunst poltert. Dabei auch noch einen Gleitschirm mitzunehmen, der möglicherweise überhaupt nicht zum Einsatz kommen kann, kommt selbst uns zwischenzeitlich ein wenig bekloppt vor.

Die Rucksäcke haben sich mit Seilen, Kletterschuhen, Expressen und Verpflegung irgendwo bei 15 Kilogramm eingependelt und trotzen damit kühn jeder Empfehlung für ergonomischen Bergsport.

Die Geduldsprobe im faden Grau zahlt sich ein erstes Mal aus, als plötzlich die ersten Sonnenstrahlen durch den Dunst und die Äste der Bäume fallen und wir wenig später den deprimierenden Nebel unter uns lassen. Für einen Wanderer mit dem Ziel einer Wanderung wäre das ein absolut magischer Moment.

Mit unserer Idee im Gepäck stellt sich eher die Frage ob und wann sich das Wolkenmeer auflöst und ob uns dann noch genug Zeit bleibt vor dem berüchtigten Talwind den geplanten, ruhigen Abgleiter zu fliegen.

Mit ein paar sehr aktiven Tagen in den Knochen zieht sich der Aufschwung vom Durrakreuz auf 1750 Metern hinauf an den Wandfuß der Rotspitze ganz besonders. Die 250 verbleibenden Höhenmeter in einer engen, steilen Latschengasse gehen ordentlich an die Substanz. Man möchte fast wieder den überschweren Rucksack verantwortlich machen – aber der kann ja letzten Endes auch Nichts dafür, dass wir ihn derart überladen auf diesen Berg zerren wollen.

Als wir den Wandfuß erreichen eröffnet sich ein brutales Panorama. Über dem Nebel ist die Luft kristallklar – die Weitsicht reicht leicht und in seltener Schärfe hinüber zu den ganz großen Bergen des Alpenhauptkamms. Im Osten türmen sich die weißen Kalkmauern des Karwendelgebirges. Die Südwand und der von uns angedachte Mitteldurchstieg halten dem blauweißen Horizont mit goldgelben, senkrechten Felsen stand. Sich hier nun im steilen Fels über das Nebelmeer zu schwingen und die interessanten Züge zu erleben wäre wohl der Traum eines Alpinkletterers.

Die Südwand der Rotspitze ragt in dolomitenhafter Steilheit über dem Wolkenmeer auf

Mit unserer Idee im Gepäck stellt sich eher die Frage wie lang für die Wand brauchen, ob sich dann noch der Flug ausgeht und ob wir mit dem großen Rucksäcken überhaupt durch den engen Kamin kommen, der die Schlüsselstelle der Linie darstellt.

Kommt dir bekannt vor?

1. Seillänge (IV)

Hannah steigt ein und startet die Kletterei mit reichlich Ballast. Damit ist nicht mehr nur der Dauerbrenner-Rucksack gemeint. Wir sind nicht richtig bei der Sache, mutmaßlich leicht ausgebrannt von den Vortagen im Karwendel und subtil gehetzt wegen der lauernden Fliegerei und vielen unklaren Details bezüglich Windrichtung und Startplatz. Die Rotspitze – von diesen menschlichen Belangen unbeeindruckt – spielt nicht wirklich mit und empfängt uns mit eigenartiger Kletterei.

An der Lamsenspitze durften wir vorgestern schnell, leichtfüßig und sorglos das 4er-Programm abspulen, der „Rosengarten Nordtirols“ holt uns trotz Gleitschirm rasch wieder auf den Boden zurück. Direkt aus der Gufel heraus geht es sehr steil und abdrängend empor. So sehr, dass Hannah relativ schnell die Freude verliert und wieder neben mir am Boden steht. Der Fels wirkt brüchig. Auch wenn er sich als recht solide entpuppt dauert es eine Weile, bis unsere verwöhnten Köpfe dem geklebten, roten Zeug trauen. Der erste Eindruck trügt auch: Griffe und Tritte gibt es zwar theoretisch im Überfluss, so richtig henklig oder übersichtlich wird’s dadurch aber nicht.

Ich gebe dem Aufschwung einen Versuch und rupfe mich irgendwie auf den ersten Absatz. Dass ein großer Rucksack mich beim Klettern etwas weniger stört haben wir schon in der Vergangenheit mal herausgefunden – irgendwie vermittelt mir dieses etwas „eingepackte“ Gefühl eine eigenartige Form von Sicherheit. Aber auch nach meinem kleinen Triumph über den seltsamen Einstieg bleibt die Kletterei steil und anstrengend. Ein Glück, dass die alte Linie mit soliden Klebehaken sehr schön saniert wurde und sich zumindest in Sachen Absicherung relativ sorglos klettern lässt. Als ich den Standplatz erreiche muss ich mir eingestehen, dass ich lange keinen IVer mehr unter den Händen hatte, der mich so beeindruckt hat.

Hannah kämpft sich tapfer durch den steilen Fels, der sie gerade schonmal abgeschüttelt hatte und schließt mäßig begeistert zu mir auf. Vielleicht – ganz vielleicht – habe ich hier nicht die allerbeste Routenwahl getroffen. Für’s erste Mal mit 15kg auf dem Rücken ist’s ein lustiges Stückchen Fels. Ein Blick nach oben in die zweite Seillänge bestätigt diese These.

2. Seillänge (IV+)

Steile, klassische Route mit abdrängendem Schlusskamin

So sagt es der Führer von Panico – und er soll Recht behalten. Für Hannah steht der Vorstieg nicht mehr zur Debatte und so darf ich uns aus der Lage befreien, in die ich uns mit meinem Tourenvorschlag manövriert habe. Immerhin wirbt der Laden hier mit dem Wortspiel „Rofun“ 🙂

Natürlich hätten wir jederzeit Abseilen können. Ein Rückzug wäre sofort möglich gewesen aber so richtig befriedigend ist die Vorstellung jetzt hier nach dem langen Zustieg das Seil zu werfen auch nicht. Objektiv ist es immer noch früh, sonnig und fein. Der Alpinkletterer würde jauchzen, hätte er heute noch ins Gepäck gepasst. Und vom Ausstieg trennt uns nur noch ein vielleicht 15 Meter messender Kamin. Wie schlimm kann der schon sein?

RAHHHRGRRMMMPFPFPLLLL

Ich hab nachgeschaut. Ich brauche geschlagene 20 Minuten um eine Position zu finden, mit der ich nicht völlig trostlos im Kamin stecken bleibe. Und die besteht am Ende auch einfach daraus außerhalb des abdrängenden Kamins zu bleiben und sich gut festzuhalten. Wer hätte das ahnen können. Ich auf jeden Fall nicht – denn ich habe es mit Stemmen, Schieben, Verkeilen und Reinkriechen wirklich besonders ernst gemeint. Den Rucksack abzuwerfen und hinterher zu ziehen halte ich für wenig gewinnbringend – er ist beinahe größer als mein Oberkörper und müsste von oben ziehend ja trotzdem irgendwie durch den unübersichtlichen Spalt manövriert werden.

Nachdem ich bereits mehrfach den letzten Versuch ausgerufen habe, fallen mir die Henkel in der rechten Außenkante des Kamins auf. Und Tatsache – mit denen geht es! Dolomiten dahoam. Und mir gelingt auch die Flucht nach vorne in leichteres und griffigeres Gelände. Auch ohne Gleitschirm eine durchaus interessante IV+, die sich wirklich nicht vor der hochgelobten und gefühlt überhängenden Kaminkletterei am Torre Wundt verstecken muss. Der Ausstieg aus dem Kamin ist dann nochmal ein interessanter Schieber über links, dann führt mich eine einfache Rampe zum sonnigen Standplatz wenige Meter unter dem Gipfelkreuz.

Austoppen am Gipfel – immer fein!

Gipfel

Hannah schließt zu mir auf und geht noch das letzte Stück auf den Gipfel voraus – lediglich ein kurzer Aufschwung im 2. Grad und ein paar Meter exponiertes Gehgelände. Wahrscheinlich wird das normalerweise seilfrei gemacht. Wir schleifen die Seile noch kurz mit um sie oben aufzunehmen. Als der Blick über das Tal schweift fällt uns auf, dass die Nebeldecke bereits ordentliche Kratzer bekommen hat und sich aus dem Inntal heraus immer weiter auflöst. Bingo! Das Fliegerherz würde jubeln.

Mit unserem bisherigen Tag im Gepäck stellt sich eher die Frage, ob wir überhaupt noch den Kopf für einen sauberen Start haben, wo dieser überhaupt stattfinden soll und wie viel Zeit bleibt bis die ruhige Morgenluft in ein thermisch-talwindiges Konglomerat voller Turbulenzen übergeht.

Über den Dafalzer-Kamm schwappt ein inzwischen zu strammer Nordwind – ein Start hier oben funktioniert für uns nicht mehr. Was wir vom Gipfel aber erspähen können, ist dass am Startplatz neben der Erfurter Hütte ein paar bunte Schirme liegen. Die ersten Piloten sind sogar schon in der Luft und kurven zwischen den letzten Wolkenfetzen herum. Wirklich Ruhe will nicht aufkommen – unser eigenes Vorhaben und die Angst vor einem wenig genüsslichen Flug sitzt uns erneut im Nacken. Es bleibt wenig Zeit die fantastische Aussicht, den erreichten Gipfel oder die Eindrücke der wilden, kleinen Kletterei zu verarbeiten.

Rückblick zum fetzigen Gipfelhörnchen der Rotspitze – hinten links der anvisierte Startplatz an der Erfurter Hütte

Abstieg zur Erfurter Hütte (T5)

Wir verlassen den Gipfel und folgen dem kleinen Grat an den Punkt, wo der Normalweg nach Süden abzweigt. Ironischerweise laufen wir jetzt übrigens wieder am Wandfuß der Südwand entlang. Also dort wo man einen schweren Rucksack hätte liegen lassen können. Aber dafür hätte man bereits vor der Kletterei wissen müssen, dass die Piste an der Erfurter Hütte das einzige für uns sinnvolle Platzerl zum Starten wird. Zu viel Weitsicht für ein Multisport-Mausi.

Der weitere Abstieg führt durch eine sehr steile Rinne mit ein paar Metern Kletterei im II. Grad bevor uns der Berg im flacher werdenden Becken unter den Liften ausspuckt. Die 100 Höhenmeter Gegenanstieg fallen an diesem Punkt ohnehin nicht mehr ins Gewicht und wenig später sitzen wir schon zwischen tiefenentspannten Gleitschirmfliegern auf der grünen Wiese des Startplatzes. Der Wind ist ein wenig wechselhaft – kommt aber mit sehr übersichtlicher Geschwindigkeit aus der richtigen Richtung. Die Starts, die wir mitbekommen, schauen ziemlich fein aus. Sind wir tiefenentspannt?

Hell Nö

Ich habe die Eigenheit bei Erreichen des Startplatz so schnell wie möglich in die Luft zu wollen oder mindestens mein Zeug auspacken und vorbereiten zu müssen. Hannah dagegen hat lieber Zeit, Ruhe und Raum für Beobachtung und Wahrnehmung bevor ein Start sich für sie gut anfühlt. Der Mittelweg ist ein für beide Seiten unangenehmes Ausharren, das wir definitiv noch optimieren können.

Flug

Wir entscheiden uns – auch inspiriert von der entspannten Atmosphäre am Startplatz für einen Start. Die Füße verlassen den Boden, die Plastiktüte leistet ihr Bare-Minimum und trägt, während rechts der kühne Zahn der Rotspitze vorbeirauscht. Die Luft ist bis zum Erreichen der Inversion ruhig und angenehm – die Kurven über dem türkisfarbenen Achensee sind ein purer Rausch. Unter der Inversion bekommen wir doch noch zu spüren, dass wir ein wenig langsamer waren als anvisiert. Der Talwind ist zwar tages- und jahreszeitbedingt noch schwach, erschwert den Landeanflug aber doch mit einigen Böen und etwas Schaukelei. Nichts, was wir nicht schon reichlich geübt hätten. Am Boden angekommen fällt eine große Anspannung ab und die Begeisterung über einen doch noch erfolgreichen Hike, Climb & Fly stellt die Mühen und Sorgen der letzten Stunden in den Schatten, wir fallen uns in die Arme.

Auch wenn damit ein feines Happy End erzählt ist gehört zu diesem Tag auch die Wahrheit, dass der Höhenrausch diesmal nur von kurzer Dauer war. Der objektiv wunderschöne Tag steht in einem harten Kontrast zu dem subjektiv empfundenen Stress und dem daraus gewachsenen, oberflächlichen Umgang mit jedem Baustein dieser Tour. Wir sind heute leicht gewandert, (eigentlich) leicht und vor allem kurz geklettert und leicht geflogen. Genießen konnten wir davon nicht allzu viel. Würde man nun auch nur in einer Disziplin den Anspruch erhöhen – was bleibt dann? Und vor allem – macht das dann wirklich noch Spaß? Versöhnlicher ausgedrückt:

Was einfach aussieht ist oft das Ergebnis von jahrelanger, harter Arbeit.

Und der psychischen und körperlichen Tagesform. Aber speziell die radikale Verknüpfung mehrerer, stark bedingungsabhängiger und komplexer Bergsportdisziplinen benötigt eine Portion Puffer, eine Menge Erfahrung und vielleicht auch eine unerschütterliche, innere Ruhe um den Umfang möglicher Variablen auszuhalten – nein – sogar mit Freude anzunehmen. So formuliert eigentlich ein schönes Ziel – gewonnen an einem eindrucksvollen Tag, den ich nicht missen möchte.

Und irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass ich bald von einem Iceclimb, Zumba, Swim & Fly berichten darf.


Schwierigkeit, Versicherung und Material

Der Mitteldurchstieg an der Rotspitze ist ein ziemlich lässiges Stückchen Fels! Dass die Tour so kurz ist lässt sich durch zahlreiche weitere Kletterziele und Linien in der näheren Umgebung ausgleichen. Der bunte, würfelige Fels ist hier wirklich unglaublich steil gestapelt und erfordert ordentliche und ausgesetzte Kletterei in brachialer Kulisse. Wer bei zeitgemäßer Absicherung mal unverbindlich mit der Steilheit und Kletterei klassischer, einfacher Dolomitentouren flirten will, kann sich diesen kleinen Zacken überm Achensee auf die Liste packen. Meine Wahrnehmung mag ein wenig durch den übergroßen Rucksack verzerrt sein – wirklich einfach war die Kletterei nicht. Der Fels ist recht unübersichtlich, sieht henklig aus und wird dann aber doch an überraschend vielen Zangen und Auflegern erklettert. Für den oberen IV. Grad darf hier sehr „klassisch“ und engagiert zugelangt werden. Die Schlüsselstellen sind die ersten 3 Meter vom Boden weg und der Einstieg in den leicht überhängenden Kamin in der 2. Seillänge.

Die Absicherung / Sanierung ist ziemlich gut – speziell im Rofan, welches sonst auch viele eher rustikale Linien bereithalten soll. Es sind sogar deutlich mehr Haken in der Tour als in den gängigen Topos vermerkt. Der Mitteldurchstieg ist mit Klebehaken ausgestattet und die Abstände dieser sind völlig Ordnung. Dazwischen gibt es auch noch einige wenige alte Schlaghaken. Zwischen den Haken muss aber auch mal ein paar steile Züge anhaltend geklettert werden. Hätte man den Kamin nullen können – ich hätte es in meiner Verzweiflung sofort getan. Friends und Keile lassen sich kaum gewinnbringend einsetzen und sind auch nicht notwendig.

Zusammenfassung

Wer hat sich sowas ausgedacht?

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